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Die Reichsbahndirektion Magdeburg beheimatete in den 70er und 80er Jahren noch eine ganze Reihe interessanter Baureihen von
Dampflokomotiven, wie z.B. 01, 01.5, 03, 41, 44, 50.35, 52, 52.80 und 57. Andere Reichsbahndirektionen hatten im Traktionswechsel schon größere Fortschritte erzielt.
Aber gerade dieser hohe Anteil an Dampflokomotiven in der Reichsbahndirektion Magdeburg führte in vielen Bahnbetriebswerken zu
bemerkenswerten Initiativen zum Einsatz und Erhalt von Dampfloks. Dazu gehörte auch das Bahnbetriebswerk Güsten. Von 1976 bis 1980 wurden von Güsten aus Loks der BR 03 eingesetzt. Von
1982 bis 1987 waren Loks der BR 41 in Staßfurt zu Hause. Die BR 50 war ständig hier vertreten. Erst zum Sommerfahrplan 1988 kam das endgültige Aus für den planmäßigen Einsatz
von Dampflokomotiven im Bahnbetriebswerk Güsten.
So trug das Bahnbetriebswerk Güsten dazu bei, dass für die zahlreichen Sonderfahrten des Deutschen Modelleisenbahn-Verbandes (DMV)
und für die jährlichen Solidaritätssonderfahrten ausreichend interessante Dampflokbaureihen zur Verfügung standen und vielfältige Dampflokbespannungen möglich waren. Bereits in diesen
Jahren setzten sich viele Lokpersonale und stationär tätige Eisenbahner der Einsatzstelle Staßfurt für den Erhalt und die Pflege von Dampflokomotiven ein. (s. a. Archiv) Gemeinsam mit dem Verkehrsmuseum Dresden wurde vereinbart, so wertvolle Lokomotiven wie 01 005, 65 1049 und 95 6676 in Staßfurt zu hinterstellen und dort pflegen zu lassen.
In diesen Jahren lief der gesamte Dampflokeinsatz - ohne hiermit die hervorragende
Arbeit und die unendlichen Initiativen der vielen Eisenbahner und Eisenbahnfreunde schmälern zu wollen - noch auf dienstlichen Weg. So wurden z.B. in Vorbereitung der
bekannten Riesaer Parade anlässlich des Jubiläums 150 Jahre erste deutsche Fernbahn Leipzig - Dresden im Frühjahr 1989 von Hauptverwaltung der Maschinenwirtschaft der DR
finanzielle Mittel für die Aufarbeitung und Herrichtung von Fahrzeugen bereitgestellt. Davon profitierte auch die Einsatzstelle Staßfurt.
Nach den politischen Ereignissen der Jahre 1989 und 1990 wurde den Eisenbahnern und
Eisenbahnfreunden die sich in der Einsatzstelle Staßfurt um die Traditionspflege bemühten, recht schnell klar, wenn sie nicht neue Wege gehen wird es bald mit diesem
schönen Hobby vorbei sein. Ziel war ja, der Nachwelt das Wesen eines intakten Dampflokbetriebswerkes mit funktionierenden Dampfloks darstellen zu können.
Ab Sommer 1990 zeigte sich, dass sowohl der Reise- als auch der Güterverkehr bei der
Deutschen Reichsbahn drastische Einbußen hinnehmen musste. Der Bestand der Einsatzstelle Staßfurt war nicht mehr garantiert, da sich die Bahn aus Überlebensgründen
rasch von unnötigen Kostenverursachern trennen musste. Für die vielen Loks gab es bereits Kaufinteressenten.
Zügiges Handeln war erforderlich. Die Eisenbahner und Eisenbahnfreunde erkannten,
dass eine neue Organisationsform gefunden werden musste. Es gab weit über 30 gleichgesinnte Enthusiasten, die das Ziel der Erhaltung des Bw Staßfurt und technisch
interessanter Dampflokomotiven verfolgten.
Die Gründung des Vereins erfolgte am 30.10.1990 in Staßfurt und die Eintragung in das
Vereinsregister des Kreisgerichtes Staßfurt am 25.09.1991. Die Gründungsmitglieder gaben dem Verein den Namen "Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt e.V."
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Nun konnte mit einer zielgerichteten Arbeit begonnen werden, das heisst Erwerb an
Fahrzeugen und Grundbesitz als Grundvoraussetzung für ein zukunftsträchtiges Wirken.
Nach langwierigen Verhandlungen kam der erste Kaufvertrag am 29.12.1993 zum Erwerb
der für den Traditionsverein besonders wertvollen Dampflokomotiven 41 1231, 44 1486 und 50 3695 zustande. Weitere Dampflokomotiven, Diesellokomotiven, eine elektrische
Lokomotive und zahlreiche Reise- und Güterwagen folgten schnell.
Als die Deutsche Reichsbahn 1993 zu erkennen gab, dass sie kein Interesse und keinen
Bedarf am Weiterbetrieb der Einsatzstelle Staßfurt hat, wurden umgehend Verhandlungen mit der zu diesem Zeitpunkt zuständigen Reichsbahndirektion Halle
aufgenommen. Diese Verhandlungen wurden am 21.02.1994 bei einem Notar in Staßfurt mit dem Erwerb des Grundstückes erfolgreich abgeschlossen.
Der Erhalt des gesamten Ensembles ist nur mit tatkräftigem Anpacken der
Vereinsmitglieder und finanziellen Mitteln in nicht geringem Umfang möglich. Die finanziellen Mittel werden ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden, Einnahmen bei
Dampflokfesten bzw. Veranstaltungen und Zuschüssen der Stadt Staßfurt, des Landkreises Aschersleben-Staßfurt und des Landes Sachsen-Anhalt erworben.
Große Hilfe bedeutet die Unterstützung mit ABM-Kräften bzw. Ein-Euro-Job-Kräften, die
seit Mai 1993 gewährt wird. Dadurch war und ist es noch besser möglich die umfangreichen Anlagen und Hochbauten unseres Bahnbetriebswerkes zu erhalten, zu
restaurieren und zu pflegen. Der Dank des Vereins gilt der Bundesanstalt für Arbeit, dem Initiativkreis Arbeitsbeschaffung und Bildung Staßfurt e.V. und anderer regionaler und
örtlicher Stellen, die diese Maßnahmen ermöglichen und unterstützen. Der Dank gilt nicht zuletzt auch all denjenigen, die durch ihre tatkräftige Arbeit unser
Traditionsbahnbetreibswerk zu dem machten was es heute ist - ein lebendiges Eisenbahnmuseum.
Der Verein will, aufbauend auf seine bisherige erfolgreiche Arbeit, die umfangreichen und
vielfältigen Aufgaben zügig mit Elan, Schöpferkraft und Optimismus zum Wohle seiner Mitglieder und aller interessierten Bürger fortsetzen.
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