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Buch "Das Bahnbetriebswerk Staßfurt"

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Dirk Endisch

Das Bahnbetriebswerk Staßfurt

128 Seiten mit 85 Tabellen, 2 Zeichnungen und 91 Abbildungen, davon 12 in Farbe; 170 x 240 mm; gebunden; EUR 21,00 (D); ISBN 3-936893-40-3

Zu den bekanntesten Bahnbetriebswerken in Deutschland gehört zweifelsohne Staßfurt. Warum? Ganz einfach – von hier aus wurden die letzten Dampfloks der Baureihe 41 der Deutschen Reichsbahn (DR) eingesetzt. Ab 1992 bauten die Mitglieder des Vereins »Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt e.V.« in mühevoller Arbeit die ehemalige Einsatzstelle (Est) Staßfurt in ein schmuckes Eisenbahn-Museum um, zu dem mit 41 231, 44 1486, 50 3695 und 528184 auch vier betriebsfähige Dampflokomotive gehören. Zu den alljährlichen Dampflokfesten, die seit 1989 veranstaltet werden, reisen zahllose kleine und große Eisenbahnfreunde nach Staßfurt. Der imposante Ringlokschuppen der Bauart »Potsdam« und die hier stationierten Maschinen vermitteln das Flair längst vergangener Tage, als die Dampfloks auf den Strecken rund um Staßfurt noch alltäglich waren.

In dieser Zeit war das ehemalige Bw Staßfurt, dessen Anfänge bis in das Jahr 1857 zurückreichen, aber eher unscheinbar. Nur wenige Eisenbahnfreunde interessierten sich für Staßfurt, das seit dem 1. Januar 1969 als Einsatzstelle dem Bw Güsten unterstand. Die Est Staßfurt mit ihren Loks der Baureihe 5035 hatte auf den ersten Blick nichts Besonderes zu bieten. Auch die Strecken rund herum boten kaum spektakuläre Motive. Dies änderte sich im Sommer 1982, als in Staßfurt die Dampflokzeit völlig unerwartet eine Renaissance erlebte. Anstelle der Reko-50er kam nun die Baureihe 41 und für einige Wochen sogar die 01 512 zum Einsatz. Plötzlich reisten viele Eisenbahnfreunde aus Deutschland und anderen europäischen Ländern in die südliche Magdeburger Börde.

Von den Staßfurter Eisenbahnern wurden sie mit offenen Armen empfangen. Im Gegensatz zu ihren Kollegen in anderen Dienststellen handhabten die Mitarbeiter der Est Staßfurt die restriktiven Bestimmungen der DR zum Betreten des Betriebsgeländes und zum Fotografieren sehr publikumsfreundlich. Nachdem sich der Eisenbahnfreund in der Lokleitung gemeldet hatte, wurde er vom Dienst habenden Lokleiter über die möglichen Gefahren belehrt. Ein Lokführer oder Schlosser begleitete den Fotofreund anschließend auf seiner Tour durch das weiträumige Gelände. Wenn es möglich war, wurde auch die eine oder andere Maschine eigens ins richtige Fotolicht gerückt. Einziger Wermutstropfen – die meisten der im Plandienst eingesetzten Dampfloks der Est Staßfurt waren ab Mitte der 1980er-Jahre alles andere als »Schmuckstücke«. Dies änderte sich erst 1988, nachdem sich Dampflok begeisterte Eisenbahner der Pflege der Schienenveteranen angenommen hatten und Staßfurt zum so genannten »Traditions-Bw« der Reichsbahndirektion Magdeburg wurde. Die Voraussetzungen dazu waren perfekt: Seit der Inbetriebnahme des Lokschuppens im Jahr 1902 hatte sich nur wenig verändert. Außerdem war noch die gesamte für den Dampflokbetrieb benötigte Infrastruktur vorhanden.

Dank des 1990 gegründeten Vereins »Eisenbahnfreunde Traditionsbahnbetriebswerk Staßfurt e.V.« blieben der Lokschuppen und die anderen Bw-Anlagen bis heute erhalten. Nach der Schließung der Est Staßfurt im Herbst 1992 erwarb der Verein Anfang 1994 die denkmalgeschützte Immobilie. Die Vereinsmitglieder machten anschließend aus der Est Staßfurt ein einmaliges Eisenbahn-Museum.

Diese wechselvolle Geschichte und der Betriebsmaschinendienst werden in dem nun vorliegenden Buch detailliert beschrieben. Tabellen, Übersichten und Gleispläne ergänzen die Darstellung, die ein Muss für jeden Eisenbahn- und Heimatfreund ist.